Die Barlachstadt Güstrow

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Die Mecklenburgische Seenplatte kann man durcheilen oder man kann sie genießen. Sich Zeit dafür nehmen, für das Entdecken einer besonderen Landschaft und ihres immensen kulturellen und historischen Reichtums.
Die Barlachstadt Güstrow ist ein solcher Schatz und unser Besuch eine fantastische Entdeckungsreise!

 
Fontane und Tucholsky bereisten die Gegend, fürstliche Residenzen und Schlösser hat es hier, ein Palais mit drei Königinnen und den Müritz-Nationalpark. Und im Norden wartet eine weitere kunsthistorische Offenbarung, eine ehemalige Residenzstadt mit einem aussergewöhnlichen Schloss und einer schönen Altstadt. Dazu die älteste Schule von Mecklenburg, ein spätromanischer Dom, ein Rathaus, dessen architektonische Wurzeln in das 13. Jahrhundert zurückreichen, eine durchaus bewegte Stadtgeschichte mit Herzögen und prominenten Gästen, schreibenden und bildenden Künstlern und ein bereits in der Erinnerung verblassender Staatsbesuch hat hier auch statt gefunden: Güstrow ist nicht nur reich an Architektur und Baukunst, sondern auch eine Stadt, die, wenn man sie kennenlernt und sich in den Strassen der Altstadt umschaut und dabei immer wieder eine klassizistische Fassade, ein altes Giebelhaus, ein Denkmal, eine Statue  oder die alte Backsteingotik entdecken kann, viele Geschichten aus ihren bewegten neun Jahrhunderten erzählen kann. Und das mag auch an den vielen Persönlichkeiten liegen, die in dieser Stadt lebten und wirkten, denen sie Heimat und Inspiration oder beides zugleich war. Das eindrucksvollen architektonischen Ensemble aus Backsteingotik und Klassizismus haben wir schon erwähnt und dann erhebt sich über unseren Köpfen etwas geradezu Märchenhaftes: Unerwartet und prächtig strahlt es uns an, das dreiflügelige Renaissance-Schloss mit seinem Lavendelgarten.
 
 
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Ein grandioser Blickfang und eines der grössten Renaissanceschlösser überhaupt in ganz Nordeuropa steht vor uns und dies alles, Geschichte, Kunst und ein Architekturtableau zum Weiterträumen liegt nur wenige Kilometer von der Autobahn entfernt. Und so gerät der spontane Blitzbesuch zu einem langen, ausgefüllten Wochenende, das es auch braucht für die kulturelle Entdeckungsreise, für die Verzauberung der Sinne! Große Theaterloge und stilles Refugium, eine architektonische Offenbarung, ein unerwartetes Geschenk und trotz alledem ist diese Stadt nicht von Touristen überlaufen, sondern einfach nur ein idyllisch schöner Ruhepol mit großartigen Aussichten!
 
Wallensteins Residenz
 
Einige davon sind ganz spektakulär und entfalten sich für die BesucherInnen im Innern des Schlosses. Historische und festliche Flure und Säle mit Zitaten aus Antike und Frühbarock und ein prachtvolles Deckengewölbe, bei dessen Anblick man sich verwundert die Augen reibt! Auf den vier Etagen mit den phantasischen Ausblicken, die sich aus den wechselnden Perspektiven auf Schlossgarten und die Dächer der Altstadt ergeben, ist in mehreren thematisch getrennten Ausstellungen mittelalterliche und zeitgenössische Kunst ausgestellt. Während des Dreissigjährigen Krieges, präziser gesagt, im 10.Jahr dieser epochalen Auseinandersetzung, bezog der kaiserliche Feldherr Albrecht von Wallenstein 1628 seine zeitweilige Residenz im Güstrower Schloss. Eine kulturelle Nutzung als Museum, heute als Standort des Staatlichen Museums Schwerin, erlebte das Renaissanceschloss erst wieder im Jahre 1972. 
 
Stadt der Kunst & Künstler
 
Und dann ist in dieser Stadt noch ein Bildhauer, ein Grafiker und Schriftsteller von Weltgeltung, ein Künstler, der hier drei Jahrzehnte wirkte und lebte, die Stadt mitprägte, sie seinen Namen führen lässt. Der Erinnerung an ihn, den berühmtem Ernst Barlach, widmet sich im besonderen Maße die Ernst Barlach Stiftung in Güstrow. Mit ihren Museen Gertrudenkapelle, Atelierhaus und dem ersten Museumsneubau der neuen Bundesländer, dem Ausstellungsforum-Grafikkabinett bewahrt sie die umfangreichste Sammlung seiner Werke und ist Treuhänder des kulturellen Erbes und Wallfahrtsort für Kunstkenner gleichermaßen. Und das ist neben der Tatsache, dass ein Schriftsteller, der der Gruppe 47 angehörte, Uwe Johnson heisst, und 1952 in Güstrow das Abitur ablegte –  und zwar an der Nachfolgerin der Domschule, dem Traditionsgymnasium, das wir eingangs schon erwähnten – gewiss ein wichtiger Teil des Güstrow'schen Faszinosums aus Kunst und Kulturschätzen, historischer Stadtsilhouette und der sie umgebenden Seenlandschaft.
Alle Informationen unter:  www.guestrow-tourismus.de