Langeland, ein Sommermärchen

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Wilde Pferde, eine frische Scholle vom Kutter, alte Hünengräber, Klippen, lange Strände, romantische Buchten, ein tolles Musikfestival, Klassikkonzerte, dänische Gastfreundschaft, Sommerzauber,Schönheit, Stille & Smørrebrød: Langeland, we love you!
 
Die Stimme verwöhnt uns, sie schwebte in dieser weichen, anheimelnden Tonlage bei der Turist-og Erhvervsforeningen in Rudkøping, erreichte unsere Ohren und zauberte dieses Lächeln auf unsere Gesichter. "Velkommen, et øjeblikk", so klang es im Hörer, gerade eben so, wie es klingt, wenn sich der Zauber des dänischen Idioms mit einer warmen, hellen Stimme verbindet und man unvermittelt zu lächeln beginnt, sich anschaut und fragt: Wenn das Warten Müssen so süß angesagt wird, wie wundervoll kann dann das ganze Land sein? Schön ist es doch, der Leichtigkeit, der Wärme der Ansage zu lauschen, aufzulegen und wieder anzurufen, bei der Touristinformation von Langeland und ihr wieder zu lauschen. Und dann ist man meist nach ein paar Momenten des Wartens verbunden und der Reisezauber kann beginnen! So hatten wir uns telefonisch informiert, hatten um ein paar nützliche Tipps für das Radfahren, das Schlafen und Schlemmen auf der Insel nachgefragt und wurden zudem mit guten Empfehlungen versorgt. Die stillen Winkel der Insel beispielsweise, die beste Zeit für Strandspaziergänge oder die schönsten Stellen für den Sonnenuntergang. Alte Kirchen, vorzeitliche Hünengräber und die wilden Pferde im Süden der Insel wurden uns mit viel Liebe an's Herz gelegt.
 
Grazil und anmutig ist diese Insel
 
Dann, ein paar Wochen später, war es soweit: Der lange Weg über die Autobahnen, zwei Pausen, ein Imbiss, ein Stau, dazu ein paar Wolken mit wärmender Sonne. Und viele, viele Kilometer später passierten wir die dänisch-deutsche Grenze und als wir abends den Sundbrovey erreichten, der uns über seine romantischen Brücken, die Siobroen & Langelandsbroen, zu unserem Urlaubsziel, zu unserem Urlaubszauber brachte und wir endlich da waren, wo es uns hinzog, in die verdiente Auszeit mit freier Seele und voller Lust auf Ferien; als wir dann also ankamen, das Ende der Brücke erreichten, das herannahende Schild sahen, auf dem ersten freien Platz ausstiegen für den ersten Atemzug frischer Ostseebrise, da war es da, es umschlang uns, das träumerische Gefühl, das einen trunken werden läßt, weil es so schön ist, so still, so harmonisch. Kräuselnde Wellen, der Horizont, die Bilderbuchlandschaft, die dunkle Bläue von See und Sommernacht: Langeland, we love you
 
Die Insel ist schmal und lang, überall ist das Meer zu spüren und dann gibt es viel Historisches zum Anschauen, einen tollen Kunstpark zum Durchwandern, Kirchen, Schlösser und wer will, kann radeln, angeln, die sommerlichen Klassikkonzerte in der mittelalterlichen Stoense Kirche oder das bekannte Musikfestival der Insel besuchen. Wer das nicht schafft oder gern einmal nur ein Tagträumer ist: Langeland hat dafür wunderbare Plätze! Irgendwo am Strand sich an einen alten Baum hersetzen, ein Buch lesen, den Wellen zuschauen, der Brandung lauschen. Und sich abends auf ein behagliches und gutes Essen im hyggeligen Gasthof freuen.
 
 
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Auf Langeland beginnt das wie meistens in Dänemark: Hungrig und mit roten Wangen kehrt man ein in einen Kro und beginnt mit einem kleinem Imbiss und dann wird man doch Teil und Freund einer mittäglichen oder abendlichen Festschmauserei mit allerlei Fisch und den kunstvollen Sandwiches, ja, Sie wissen schon: die Smørrebrød! Einfach total lecker! Beides, die Schönheit und Ruhe der Insel und die Gastfreundschaft des Kro entschleunigen und verwöhnen die Sinne. Das ist es: Entschleunigen, Entspannen und Entdecken. Das geht in der flachen, leicht hügeligen Landschaft von Langeland gut auf Schusters Rappen und freilich auch für eine längere Tour mit einem Rad. Alles ganz orthodox ohne Akkus und mit genügend Zeit, um zwischendurch eine Pause mit Kaffe und einer leckeren Kanelsnegl einzulegen.
 
Radtouren für Geniesser
 
Zwei kulturgeschichtlich interessante und bequeme Tagestouren sind die Route von Tullebølle nach Stengade zum Strand und dann weitergehend zum Schloß von Tranekær, dessen ältester Teil aus dem 12. Jahrhundert stammt. Der Park mit dem Internationalen Zentrum Tranekærs für Kunst und Natur, TICKON, freut sich auf staunende BesucherInnen. Zurück nach Tullebølle geht es dann über Pæregårds Skov mit einem kleinen Halt am prähistorischen Hünengrab, dem Lang-Dolmen von Ringelshøj.
 
Die zweite Tour startet etwas südlicher in Humble und führt über Fodslette mit seiner historischen Kirche von 1250 nach weiteren vier Kilometern zur schönen Skoovsgard Mølle und danach radelt man der Dünung lauschend, ein kurzes Stück am Strand entlang zu dem ehemaligen Herrensitz gleichen Namens, der heute dem dänischen Naturschutzbund gehört und ein wunderbarer Ort ist für ein sorgloses Nichstun. Museen gibt es ebenfalls und vielleicht will man gerne auch vom herrlich schmeckenden Kuchen des ökologischen Cafes kosten - das sind noch einmal besondere Glücksmomente an einem sonnigen Urlaubstag! Beide Touren sind nicht länger als 26 Kilometer und eine tiefblaue Ostsee schiebt sich zwischen kleinen Wäldern und sanften Hügeln immer wieder in unser Blickfeld. Dann ist wieder Zeit für eine Pause, Zeit für eine süße Kanelsnegl, Zeit für das Dösen am Strand und Muße, sich schon auf den Abend und den behaglichen Kro zu freuen. Mehr Informationen zu Langeland auf:  www.langeland.dk