Just wonderful, isn't it?

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Ein Landschaftskino der Superlative und ein Rausch für die Sinne, das ist sie, die überwältigend schöne Küstenlinie des Big Sur. Der Besuch der Central Coast ist eine Entdeckungsreise zu sanften Weinbergen und grandiosen Ausblicken, zu wilden Cliffs und zwei malerischen Stadtidyllen
 
Californien, der berühmte Golden State, so benannt nach dem Goldrausch in der Mitte des 19.Jahrhunderts, ist immer noch ein Symbol für die Abenteuerlust, den Aufbruchsgeist und ein wahrhaft grandioses Stück unserer Welt, ein Panorama aus berühmten Nationalparks, einsamen Wüsten und spektakulären Metropolen, kurz gesagt: ein lebender Mythos der Superlative. Und inmitten der Vielfalt der Traumkulissen und Traumfabriken im drittgrößten Staat der USA bereisten wir einen atemberaubenden Landstrich und touristischen Evergreen.                               The Big Sur, was übersetzt so viel bedeutet wie der große Süden und als Name aus einer Zeit stammt, als das heutige Kalifornien als spanische Kolonie existierte. "El pais grande del sur" lag südlich der damaligen Hauptstadt Monterey und wurde mit dem Nordteil von Alta California im Jahre 1850 nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg der 31.Bundesstaat der USA.
 
Die Traumstraße mit Pazifikpanorama
 
The Big Sur, das ist auch eine Chiffre für das so als typisch kalifornisch wahrgenommene Zusammenspiel von überwältigender Natur, von Glamour, Freiheit, fabelhaftem Pioniergeist und endlosem Sonnenschein. Es sind die atemberaubenden Landschaften, die man meist zuerst aus dem fahrenden Wagen anschaut und dann immer anhalten und aussteigen und staunend umherblicken muss an einem der vielen  Parkplätze und Seitensteifen. Neun State Parks säumen diesen Küstenabschnitt und wer einen Anfang wagen will mit einem ersten Loslassen, einem die Sinne berührenden Spaziergang zum Strand, kann dies auf wundervolle Art unter anderem im südlich von Carmel-by-the-Sea gelegenen Point Lobos State Natural Reserve tun oder auch den Julia Pfeiffer Burns State Park mit seinem McWays Falls besuchen, dessen Wasser aus 25 Metern Höhe direkt in den Pazifik stürzt. The Big Sur. Als wir ihn bereisten, stellten sich tiefe Empfindungen bei uns ein. Es waren nicht nur die unwirklich schönen Sonnenuntergänge, die permanente Magie von Natur und Meer, es war auch das kontemplative Gefühl, gerade an einem Platz zu sein, an dem man sich eins fühlen darf mit einem göttlichen Schöpfungsakt. Die Blicke über den Horizont schweifen lassen und zu abendlicher Stunde ein Glas mit einem Getränk persönlicher Wahl in Händen zu halten - das sind schon ganz besondere Momente!
 
Nobelpreisträger und Hollywood
 
Prominente Menschen lebten hier und hinterließen ihre Spuren. Henry Miller beispielsweise, dem gut zwanzig Kilometer südlich der bekannten Bixby Bridge die Henry Miller Memorial Library gewidmet ist. Oder der Chemiker Linus Pauling, zweifacher Nobelpreisträger mit deutschen Wurzeln, der bis zu seinem Tod mit 93 Jahren auf seiner Farm in Big Sur lebte. Und nicht zu vergessen Orson Welles und Rita Hayworth mit ihrem ehemaligen Sommerhaus in Nepenthe, was übrigens im Griechischen mit "Insel ohne Sorge" übersetzt wird. 1963 filmten Elizabeth Taylor, Richard Burton und Charles Bronson hier einen Teil des Filmes "The Sandpiper" (der deutsche Filmtitel lautet...die alles begehren/Anm. der Red.) und als Gast des Restaurants, das es schon seit dem 24. April 1949! hier gibt, spürt man der Faszination dieses Ortes mit großer Begeisterung und dem weitem Panoramablick nach überall gern hinterher. Und die kurvenreiche Straße am Pazifik, die der grandiosen Steilküste des Big Sur folgt, die all diese Orte und den südlichen und nördlichen Punkt unserer Reise, die Stadtidyllen von San Luis Opispo und Carmel-by-the-Sea miteinander verbindet, ist Teil der California State Route 1, bekannt auch als Highway 1 und heißt in diesem Abschnitt Cabrillo Highway (der kalifornische Highway 1 ist eine State Route und nicht zu verwechseln mit seinem namentlichen Verwandten, dem ebenfalls bekannten U.S. Highway 1, der die Südspitze Floridas mit der kanadischen Grenze verbindet./Anm. der Red.).
Nützliche und weiterführende Informationen zur Region gibt es unter: www.bigsurcalifornia.org
 
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Etwa 130 Meilen oder 210 Kilometer ist die Länge unserer Reiseroute und nahm ihren Anfang an einem historischem Platz im bezaubernden San Luis Opispo. Der spanische Name der hübschen Universitätsstadt ist wörtlich zu verstehen und geht auf die von Franziskanern gegründete Mission San Luis Opispo de Tolosa aud dem Jahre 1772 zurück. Das Missionsgebäude ist ein beeindruckender architektonischer Blickfang und zugleich ein guter Ausgangspunkt für einen fast immer sonnigen Stadtbummel. San Luis Opispo ist besonders und auch ein wenig anders, eine harmonische und grüne Postkartenidylle zwischen Weinbergen und Pazifikstränden und nach unserem Empfinden und nach den Worten ihres charmanten Polizeichefs "...a wonderful and peaceful place to stay". Empfehlenswert sind die vielen und guten Restaurants mit fast immer schöner Innenarchitektur und toller Terrasse für die kleinen Appetizer und das abendliche Fine Dining. Am Donnerstag lockt abends der Farmers Market, es gibt Musik, frisches Obst und Gemüse aus der Region, gutgelaunte Menschen und über allem wölbt sich das tiefe Himmelblau der Central Coast. Die europäische Anmutung der Innenstadt setzt sich übrigens fort, wenn man sich landeinwärts in die beiden Weinbaugebiete des San Luis Opispo County begibt. Etwa 230 Winzer stellen hier in sonniger Pazifiknähe gute, beachtenswerte weiße und rote Weine her.
 
Toskanaflair unter pazifischer Sonne
 
Unter den vielen guten Adressen besuchten wir dann zwei: Clairborne & Churchill und Baileyana. Das Landschaftsbild des Edna Valley, die sanften Weinberge, die kalifornische Leichtigkeit und eine Art Toskana-Flair verbanden sich an diesem Nachmittag mit einigen wundervollen Kostproben von Pinot Noir und Chardonnay, von Gewürztraminer und Veltliner. Beginnen wir mit dem französischen Winemaker Christian Roguenant, dessen Weine wir in dem traumhaften Tastingroom der Baileyana Winery mit leuchtenden Augen probierten. Auf der Terrasse des alten Schulhauses gerät eine Weinverkostung unversehens zu einer schwerelosen Angelegenheit. Entsprechend beschwingt ging es anschließend zu den benachbarten Rieslingen von Clairborne & Churchill, die ihre gustatorischen Anklänge an die elsässische Provenienz nicht verleugnen. Überraschend gut und Anlass für eine weitere Stunde Aufenthalt: der fantastische Gewürztraminer und die Dessertweine des Hauses. Beide Weingüter befinden sich in Familienbesitz und produzieren ein interessantes Programm an Rot- und Weißweinen.
Mehr Information zu den Weingütern und ihren Weinen findet man auf folgenden Webseiten:
www.slowine.comwww.visitslo.comwww.claibornechurchill.com & www.baileyana.com
 
Das Grandhotel der erfüllbaren Sehnsüchte
 
Carmel-by-the-Sea ist unser Ziel und nachdem wir  San Simeon und Hearst Castle passiert hatten, sahen wir sie, die ersten Klippen der Küste. Die Kulisse der Santa Lucia Mountains auf der einen, den Pazifik auf der anderen Seite, Bilder von atemberaubender Schönheit, wild und dramatisch und mit Horizonten ins Nirgendwo. Und der Cabrillo Highway führt uns weiter nach Norden, fünf Brücken überspannen die Schluchten der Strecke, von denen die Bixby Bridge die größte ist. Völlig verständlich übrigens, dass der Highway von San Simeon bis Carmel-by-the-Sea auch ein National Scenic Byway ist. Ja, Carmel-by-the-Sea! Ein zauberhafter Künstlerort mit entspannten Menschen, mit schönen Häusern ganz ohne die obligaten Nummern und eine spanische Mission aus dem Jahre 1770 hat es auch noch! Sobald man durch die ersten Straßen fährt, spürt man es: Carmel-by-the-sea ist ein Grandhotel der erfüllbaren Sehnsüchte. Erhaben und prächtig seine Ausstrahlung, eine großartige Villenarchitektur, das Brandungsrollen des Pazifiks und ein ambitioniertes dolce-far-niente-Angebot für Ästheten und Genießer! Der Wine Walk und der herrliche Carmel Beach, achtzig Kunstgalerien, luxuriöse Hotels und bei einem von ihnen, dem eleganten Cypress Inn, ist die Hollywoodlegende Doris Day Miteigentümerin.         Carmel-by-the-Sea: Wer es einmal erlebt hat, wird sich an die Schönheit, die sorglose Leichtigkeit, an den Glücksflow in diesem sonnengefluteten Sehnsuchtsort oft und gerne erinnern! Mehr Informationen unter:  www.cypress-inn.com sowie www.carmelcalifornia.com